Dienstag, August 22, 2017

Das Profil unserer Kirchengemeinde

griechisch-orthodox…

Wir sind eine Gemeinde der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland mit Sitz in Bonn, die eine Diözese des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel ist. Die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland ist Körperschaft des öffentlichen Rechts. Seit 1980 steht ihr Metropolit Augoustinos vor. Unsere Gemeinde wurde im Jahr der Entstehung der Metropolie gegründet: 1963. Der Einzugsbereich der Gemeinde umfasst die Städte Mannheim, Lampertheim, Ladenburg, Heidelberg und Schwetzingen. In dieser Region leben etwa 5000 Griechen, die in ihrer Mehrheit griechisch-orthodoxen Bekenntnisses sind.
Die volkskirchliche Mentalität ist noch bei unseren Gemeindemitgliedern spürbar. Die Tradition(en)  und das Bewahren unserer griechisch-orthodoxen Identität spielen eine wichtige Rolle sowohl im persönlichen Leben als auch im Gemeindeleben. Wir wollen aber diese Identität kreativ für das Gemeinwohl einsetzen. Wir tragen hohe sprachliche, kulturelle und religiöse Schätze aus einer reichlichen und wechselvollen Geschichte von einigen Jahrtausende mit.

„Aus der Freude leben“

…Und trotzdem sind wir ganz normale und einfache Leute! Unser Maxim heisst: „aus der Freude leben“, „Christus ist auferstanden von den Toten, durch den Tod hat er den Tod zertreten…“ und Freude in die Welt gebracht. Das Feiern der Osternacht zieht mehrere hunderte Menschen aus der ganzen Metropolregion nach Luzenberg. Um genau 23.00 Uhr kommt in die dunkle Kirche das Osterlicht und verwandle sie in einem Lichtermeer. Dann brechen wir Richtung Kirchhof auf, wo die Mehrheit der Menschen wartet und verkünden wir auf der festlich vorbereitete Bühne feierlich die Auferstehung Jesu Christi in mehreren Sprachen. Die Freude verklärt unser Leben und das Lachen vertreibt alles Böse. Wir sind Menschen die gerne feiern, die manchmals laut sind, Menschen die gerne andere Menschen begegnen und sie in ihrer Mitte aufnehmen. Drei Mal im Jahr feiern wir im Freien grosse Feste mit Musik und Tanz; am Sonntag nach dem Fest der Erhöhung des heiligen Kreuzes (14.September) und am 1. Mai im Hof unserer Kirche, am letzten Sonntag im Mai, auf der Strasse vor unserem Gemeindezentrum in Sandhofen.

solidarisch…

Das Licht der Auferstehung Jesu Christi nährt unserem Glauben, damit wir auch in schwierigen Momente zusammenhalten können. Bei Bestattungen trifft man so viele Menschen, die sonst selten zusammenkommen. Und wenn jemand in eine Notsituation gerät, helfen wir immer nach Möglichkeit. Wir versuchen gerade den vielen neuen Wirtschaftsmigranten aus Griechenland bei ihrer Integration im beruflichen und sozialen Leben in der Region zur Seite zu stehen. Wir sind aber vor allem solidarisch mit unseren orthodoxen Brüdern und Schwestern aus den anderen Diözesen, die kleinere Gemeinden in Mannheim haben; wir gewähren Gastfreundschaft den arabischsprachigen rum-orthodoxen Gläubigen des Patriarchats von Antiochien.

Ökumenisch…

Ökumene wird bei uns Groß geschrieben. Die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland ist eine der konstituierenden Mitglieder der deutschen Ökumene. Unsere Gemeinde ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Mannheim, sowie der lokalen Ökumene in den Stadtteilen Waldhof und Sandhofen. Sie nimmt an ökumenischen Gottesdiensten und Begegnungen gerne teil. Ein besonderes Engagement zeigt unsere Gemeinde für den ökumenischen Gottesdienst zur „Woche der ausländischen Mitbürger / Interkulturelle Woche“ (Ende September jedes Jahres), für den ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen in Sandhofen und für die ökumenische Bibelwoche im Norden der Stadt. Die Christus-Ikone verbindet uns auch stark mit dem ökumenischen Bildungszentrum sanctclara. Unser Pfarrer, Erzpriester Dr. Georgios Basioudis, sitzt im Vorstand der ACK Mannheim seit mehreren Jahren. Er repräsentiert sogar die Griechisch-Orthodoxe Metropolie in mehreren ökumenischen Gremien bundesweit.
Für den Katholikentag 2012 in Mannheim hat er die „Orthodoxe Insel“ im Zentrum Ökumene vorbereitet. Und als ACK-Vorsitzender hat er auch den „Mannheimer Ökumenischen Pilgerweg“ konzipiert und mitorganisiert. Die Gemeinde hat die Privatquartierkampagne des Katholikentages unterstützt und ganz viele Helfer für die Betreuung der Gäste bei den zwei Sandhofener Schulen zur Verfügung gestellt.
Unsere Kirche selbst ist ein ökumenisches Haus; die Kirche, die von dem Pfarrer der St. Franziskus-Gemeinde Franz Dörfer in den 60 Jahren des 20. Jahrhunderts gebaut wurde, ist seit mehr als dreißig Jahre unsere geistliche Heimat. Aus Dankbarkeit gegenüber der Römisch-Katholischen Gemeinde Waldhof für den langjährigen Gastfreundschaftstatus haben wir bei der Ikonographin und Künstlerin Maria-Theresia von Fürstenberg aus Heidelberg eine Ikone bestellt, auf der die Heilige Franziskus und Martin dargestellt werden. Die Heiligen tragen auf ihren Hände die Kirche auf dem Luzenberg. Unter den Füßen der Heiligen auf der Ikone sind einige Elemente der Landschaft von Luzenberg und Waldhof dezent gezeichnet. Ganz links sieht man eine Brücke. Sie stellt keine vorhandene Brücke auf dem Luzenberg dar, sondern das Logo der Firma St. Gobain, der Glasfabrik. So geben wir ein Signal für die Geschichte unseres Standortes; es gab schon seit dem 19. Jahrhundert in Luzenberg eine Kapelle für die französischen Arbeiter der Glasfabrik, auf einem Grundstück der Firma. Diese Kapelle wurde im Krieg zerstört. Sie ist aber der Grund, warum später ein paar Meter daneben unsere Kirche gebaut worden ist. Neben der St. Gobain-Brücke sieht man die evangelische Pauluskirche, die sogenannte Jugendkirche. Dann kommt die Luzenbergschule – das markanteste Gebäude von Luzenberg! Neben der Schule ist eine moderne Brücke zu erkennen, die Diffené-Brücke, ein Stück Geschichte von Luzenberg, eine Verbindung mit dem Hafen und der Industriegeschichte. Und ganz rechts, das Daimler-Benz-Werk, die Schwerindustrie in unsere Nachbarschaft, wo auch viele griechisch-orthodoxe Gläubige arbeiten dürfen. An dem Blau ist natürlich der Altrhein, der Fluß, zu erkennen. Und ganz dezent und klein, am Ufer, ein St. Martins-Zug, Kinder mit leuchtenden Laternen! Diese Ikone ist also auch ein Zeichen der Integration der griechisch-orthodoxen Gläubigen in Mannheim.

„Suchet der Stadt Bestes…“

„Suchet der Stadt Bestes, und betet für sie zum Herrn; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s auch euch wohl.“ schrieb vor langer Zeit der Prophet Jeremia (29,7) an die jüdischen Vertriebenen zu Babel. Wir beten in jedem Gottesdienst für unsere Stadt Mannheim, wir bleiben aber nicht dabei; wir engagieren uns auch! In verschiedenen Netze dieser Stadt nehmen wir teil. Wir stehen im engen Kontakt zum Migrationsbeauftragten der Stadt und zum Migrationsbeirat. Wir sind im Forum der Religionen vertreten und machen bei der Meile der Religionen mit. Beim Internationalen Fest im Schloß Ende November nehmen wir gerne teil. Beim Adventsmarkt in Sandhofen am ersten Wochende im Dezember sind wir immer dabei. Und wir sind ganz froh, dass eine neue Initiative in Luzenberg das gemeinsame Leben in unserem Stadtteil aufwerten versucht, und natürlich stehen wir den Initiativkreis tatkräftig bei.

kooperativ und kommunikativ…

Wir kooperieren mit allen griechischen, deutschen und internationalen Kultur- und Sportvereine und Institutionen, vor allem mit den Schulen. Die Waldhof- und die Luzenbergschule feiern ihre Weihnachtsgottesdienste bei uns, viele Kindergarten und andere Schulklassen besuchen unsere Kirche und bekommen eine Führung. Des weiteren, stehen wir zu engem Kontakt mit dem Internationalen Bildungszentrum ikubiz, wenn es um die Ausbildung junger Menschen und um die Anerkennung ausländischer Abschlüsse geht. Wir haben natürlich eine Website (www.orthodoxie-ma.de) und sind wir auch im Facebook präsent (Enoria Mannheim).

Sozial…

Das Jahr 2010 war ein Jubiläumsjahr für die griechische MigrantInnen in Deutschland. Wir haben dieses Jubiläum gewürdigt nicht etwa mit Reden und „Kuschel“-Veranstaltungen, sondern mit sozialem Engagement; wir haben eine Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz begonnen – inzwischen haben wir schon zwei Blutspendeaktionen durchgeführt – und eine Kooperation mit dem Kindermittagstisch auf dem Waldhof. Und wir haben auch den Erlös einer Veranstaltung für die Migrationsarbeit des Diakonischen Werkes gespendet.

Kulturfördernend…

Wir unterstützen alle Kulturschaffenden und alle Veranstaltungen, die griechische Kultur präsentieren. Wir unterstützen besonders die griechischen Tanzgruppen, die traditionelle Tänze in bunten Trachten bei vielen Festen und offiziellen Veranstaltungen vorführen. Es war uns eine große Freude, dass wir im Oktober 2011 in Kooperation mit dem Kulturraum „PX-de Dom“ in Sandhofen das Musik-Theater-Enseble “Echodrama“ aus Athen mit dem Tanztheater „Die Mörderin“ nach dem gleichnamigen Roman des großen griechischen Autors Alexandros Papadiamantis  dem Mannheimer Publikum präsentieren dürften.